Rückblick: Das letzte Jahr

“ Auf.Bitte.Danke.Tschüss.“

Gefühle…Meine Therapeutin sagte das nach jeder Therapiestunde. Eigentlich, weil ich fragte, „Tür auf oder zu?“

In mein Abschieds-Buch schrieb sie: Könnte auch ein wunderbares Sinnbild für Menschen und ihr schwieriges Verhältnis zu diesen Komischen Gefühlen sein…. vielleicht auch nicht. Hier ein Rückblick.

 

 

Und damit beginnt ein neuer Blogpost, einer, der etwas anders ist als die zuvor. Ein Rückblick, da es hier mittlerweile eine Zeitlücke von Februar 2021 bis Juni 2022 gibt. Natürlich könnt ihr für kleinere Texte und Fotos auch hier bei Instagram schauen, aber falls ihr das nicht mögt, habe ich mich einmal bemüht, ein Video-Update zu schneiden, das ihr hier anschauen könnt. Es ist nicht perfekt, aber ebenso wie auf diesem Blog habe ich nicht mehr vor, alles perfekt machen zu wollen, denn das scheint mich arg daran zu hindern, etwas zu schreiben oder kreatives zu tun.

Das Rückblick- Video

 

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In dem Video spreche ich auch über die DBT Therapie, darüber spreche ich auch in diesem vorherigen Post.

Und ach ja, dieses Video kann nur über den Link geöffnet werden, da es auf Privat steht, sodass nicht ganz Youtube auf die Idee kommt, mich vollzuspammen.

Dinge, die gerade gut laufen

Nach dem zweiten Klinikaufenthalt merke ich jetzt, ca. 5 Monate danach, dass ich es geschafft habe, einen besseren Kontakt zu meinem Klein-Anna-Anteil herzustellen und mit ihr gemeinsam meine Ängste zu reduzieren.

Dies habe ich dazu bereits geschrieben:

 

Fortschritte bemerken//

Hallo ihr!

In den letzten Wochen ist mir etwas aufgefallen. Obwohl “unter Menschen sein” mir noch immer Stress bereitet, habe ich weniger Angst davor. Genauso beim einkaufen und Öffis benutzen.

Wo ich letztes Jahr noch gesagt hätte, “Ich kann das nicht” ist jetzt ein “Ich versuchs mal” geworden. Und in der Mehrzahl der Fälle klappt es dann auch. Ich gehe nicht mehr aus dem Supermarkt, nachdem ich meinen Korb random irgendwo hinstelle und “fliehe”. Ich gehe nicht mehr zum Supermarkt und gehe wieder, ohne es überhaupt versucht zu haben.

Nein, es ist nicht “alles wie früher”. Erst diese Woche war ich mit einer Kollegin im Edeka und habe total die Orientierung verloren, war kurz vor der Dissoziation. Und 2h später habe ich gemerkt, dass meine Hand total gekrampft hat. ABER: Ich hatte diese Woche 4 Tage hintereinander gearbeitet, war 2x mit der Kollegin in der Altonaer Innenstadt (was ich mir vor einem Jahr noch nicht einmal zugetraut hätte), und war ganz normal in Bastelläden, wo wir beide ein gemeinsames Hobby gefunden haben.

Ich glaube, es ist gut, auf die “Frühwarnzeichen” zu hören, aber auch gut, immer wieder Grenzen auszutesten. Sogar Busfahren war ein – zwei mal Mal diese Woche gar kein Problem. (auch wenn ich mich einmal doch sehr vom Pöbeln abhalten musste, weil ein Junggesellinnenabschied in voller Lautstärke Musik im Bus angemacht hat und es einfach so voll war).

Und es ist ein unterschied zu sagen: “Ich kann nicht Bus fahren” oder “diese Woche hat es einmal gut fuktioniert”. Zwischen: “Ich kann nicht in den Supermarkt, ich schaffe das eh nicht” und “Ich versuchs einfach mal”.

 

Außerdem ist der Teilzeitvertrag, von dem ich im Video erzähle, jetzt unterschrieben. Und morgen, ja morgen ist die Skillsgruppe in der Beratungsstelle. Heute hatte ich ein Telefonat mit der Chefin dort, um einen Beratungstermin im August abzustimmen und sie sagte: „Ich schaue morgen vielleicht kurz vorbei, hab gehört, du warst ganz fleißig und machst ein Skillstraining, das find ich super gut!“ – Ja Mama, danke Mama 😀

Und jetzt?

Dieser Blogpost erscheint genau richtig, gerade ein paar Tage vor dem nächsten Urlaub, diesmal nach Südtirol. Ich denke, dazu werde ich dann gleich den nächsten Post schreiben. Mal schauen.

Und danach- Danach werde ich versuchen, weiter eine funktionierende Struktur in meinem Alltag zu integrieren. Arbeit, Weiterbildung, Therapie, Beziehung, Hobbys, Selbstfürsorge, Haushalt, Freundschaften, Schlaf.

Oder so ähnlich. Werde mich immer wieder überwinden, mich Ängsten zu stellen: Arztbesuche ausmachen, zum Bogenschießen-Training gehen, und Schritt für Schritt, immer mehr Freiheit zulassen, wann immer es möglich ist.

Momentan versinke ich da oft noch im Planungschaos, und habe genug mühe, pünktlich zur Arbeit zu kommen und bei Erschöpfung nicht nur stundenlang Serien zu gucken und düstere Gedanken vor mir her zu grübeln. Aber ich denke, es kann ja nicht alles auf einmal gut funktionieren. Aber jetzt gerade…

Jetzt gerade habe ich das Gefühl, mal wieder auf einem richtig guten Weg zu sein. Und ich versuche, das zu genießen.

Borderline heißt leider auch Krisen, Stimmungseinbrüche, Auf und Abs, Stimmungsschwankungen und Phasen, in denen ich denke, mich selbst hassen zu müssen. Doch im Moment akzeptiere ich mich. Und mag mich manchmal sogar. Und ich hoffe, das dauert noch eine Weile so an.

Danke.

Ach so, und ja: So sieht das Puzzle fertig aus:

 

 

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